Welpen

Hallo Hundebesitzer,

herzlichen Glückwunsch zu ihrem neuen Familienmitglied.

Sie haben einen neuen Hund, einen Welpen?
Hoffentlich ist er mit vielen Geschwistern zusammen aufgewachsen. Dies garantiert, dass er schon früh mit sozialen Verhaltensweisen im Rudeln vertraut gemacht wurde und sich gut ins Zusammenleben mit Menschen einfügt.


Die meisten Hunde sind seit Jahrhunderten daraufhin gezüchtet, den Menschen zu gefallen, auch vom Wesen her sind sie daher sehr „gefallsüchtig“: bei einem derart liebebedürftigen Hund kann man mit Lob und Liebe viel erreichen.

Nur zur Wiederholung, Hunde möchten gefallen, also wird man mit Lob bei ihnen am meisten ereichen.
Gleichzeitig sollte man ihnen aber auch gewisse Grenzen setzten, damit sie auch wissen, woran sie sind (ganz wichtig)! , also lassen sie ihren Hund nicht immer gegen Gummiwände anrennen, mal darf er dieses, mal nicht, Hunde reagieren auf diese „Flexibilität“ mit Unsicherheit und im Extremfall Bissigkeit.
Befehle, die gegeben werden, sollten auch von dem Welpen befolgt werden, ansonsten muss eine sofortige Strafe (böse ansprechen, schütteln) erfolgen. Hunde haben ein kurzes Gedächtnis, also sofort strafen.
Ist der Hund außerhalb ihrer Reichweite, falls er Blödsinn anstellt, empfiehlt es sich, gelegentlich dieses zu übersehen, da sie an den Hund nicht rankommen (aber natürlich nicht zu häufig).
Als Erziehungsinstrument bei kleinen, flinken Hunden bewährt sich ein Schlüsselbund: nachgeworfen bei Befehlsverweigerung (z.B. kommt nicht bei Ruf), erschreckt er durch Geräusch, auch wenn man nicht trifft, und zeigt ihr Missfallen. Auch eine sogenannte Wurfkette tut gute Dienste, zielen sie dabei auf die Beine, nach dem Motto „lieber gut geschmissen, als schlecht gelaufen“, denn Nachlaufen hinter einem Hund, der abhaut, wird von dem als tolles neues Spiel aufgefasst.

Stubenrein bekommen Sie den Welpen am schnellsten, wenn Sie ihn nach jeder Mahlzeit und jedem Schlummer sofort raussetzten, möglichst an die selbe Stelle, die riecht dann nämlich gut nach Hund und löst dadurch automatisch den Drang zu Harn- und Kotabsatz aus.

Bringen Sie ihrem Welpen was bei, ein schlauer und liebebedürftiger Hund hat großen Spaß daran, besonders wenn er dabei viel Lob erhält. Ein Hund ist nie zu jung, um was zu lernen: nie wieder wird ihr Hund in so kurzer Zeit so viel lernen können, und was sie ihm jetzt, wenn auch nicht hundertprozentig perfekt, beibringen, hält sein ganzes Leben. Je älter Hunde sind, desto schwieriger wird es, ihnen was Neues beizubringen.

Ganz wichtig ist es, den Welpen nach ausreichendem Impfschutz mit anderen Hunden zusammenzubringen (ohne Leine): Hunde haben zwar ein gewisses Basisrepertoire an Verhaltensweisen, aber die Feinheiten müssen selbst rausgearbeitet werden: welcher Hund meint es böse beim Knurren, welcher will nur spielen, oder wie vermeide ich Streit durch entsprechende Unterlegenheitsgesten? All dies und mehr kriegt ihr Welpe nur durch den Kontakt zu anderen Hunden raus, eine gute Sozialisation, d.h. ein gutes Auskommen mit anderen Hunden garantiert zugleich ein gutes Zusammenleben zwischen Hund und Mensch als oberstes Rudeltier.

Bei allem, bedenken Sie stets: Sie sind der Boss! Hunde leben natürlicherweise in einer streng hierarchisch gegliederten Gesellschaft mit einem bis mehreren Leittieren, und diese sind in unserem Fall die Menschen. Also, jeder Angriff auf die Führungsposition im Rudel (Ihre Position!) zurückschlagen: kommt der Hund frisch in die Familie, wird er nach einer gewissen Eingewöhnungszeit das erste Mal versuchen, Ihnen den Rang streitig zu machen : wehret den Anfängen, deshalb gilt auch: jeder (oder fast jeder) Befehl, den Sie dem Hund geben, müssen Sie auch durchsetzen, auch wenn Sie dafür halb Berlin zusammenbrüllen müssen, oder dem Hund vor tierlieben Berlinern körperlicher Verweise (Klaps, Schütteln) erteilen müssen.
Mit Eintreten der Geschlechtsreife (je nach Rasse unterschiedlich zwischen 6 Monaten und 1 Jahr) wird sich dieses Spielchen wiederholen.

Futter

Trockenfutter für Welpen (Waltham, Hills, Eukanuba, Royal Canin etc. )
Zufüttern der Welpen: ab der 3. Lebenswoche: Brei aus Wasser (keine Milch!) und Welpenfutter (Trockenfutter, keine Dose), zuerst auf Maul/Pfote schmieren, dann in flacher Schüssel anbieten
Trockenfutter für Welpen: hohe Nährstoffdichte, ausgewogener Ca/Phosphatanteil
kein Fleisch (zuviel Phosphat), keine Dose (zu hoher Eiweißanteil, zu geringe Nährstoffdichte)

ab 8. bis 10. Woche: Welpenkost (TF und Dose) mind. 80% der Nahrung
Fleisch, in kleinen Mengen, langsam und zurückhaltend zufüttern
Dose: zuerst Pal für Welpen , mischen mit Schmelzflocken, Nudeln, Kartoffeln o.ä. (Dose hat hohen Eiweißanteil, kann Durchfall auslösen, deshalb strecken)
Hüttenkäse, Magerquark, Joghurt
Nudeln, Reis , Kartoffeln, Kartoffelbrei
kein Schweinefleisch, keine Knochen
Huhn und Fisch gekocht
ein Teelöffel Speiseöl (Olivenöl) pro Woche ins Futter

bei großwüchsigen Rassen: zurückhaltend füttern, da Hunde sonst zu schnell in die Höhe schießen (schlecht für Knochen)
ab 3. Monat spätestens mit Spezialfutter (für Aufzucht großwüchsiger Rassen!) füttern

mehrere Mahlzeiten am Tag (bis zu 6 mal) anbieten: alles, was nach 15 min noch nicht gefressen wurde, ist zuviel und sollte bei der nächsten Mahlzeit entsprechend weniger gegeben werden
Verweigert der Hund eine Mahlzeit vollständig, die nächste Mahlzeit ausfallen lassen, und dann erst wieder das gleiche Futter (aber neu angemacht) hinstellen.
Bei Fütterung der Welpen gilt: lieber etwas weniger geben!

Knabber- und Spielzeug: Schweineohren, Büffelhautknochen , Ochsenziemer
Spielzeug: Bälle (Vollgummi), kein Holz, Handtuch mit Knoten am Ende
Kleine spitze Welpenzähnchen brauchen Betätigung, also Knabbersachen hinlegen, ansonsten leidet ihre Wohnung und Mobiliar.
Falls diese Welpenzähne im Spiel gegen Menschen eingesetzt werden, schimpfen, falls sie zu stark eingesetzt werden, kleine Hunde untereinander spielen sehr grob, und den Unterschied beim Spielen mit Menschen muss der Hund erst lernen.

Ernährung Welpen

Ziel: optimale und ausgewogene Versorgung mit Energie und Mineralstoffen
Zunahme der Wepen: 2 bis 4 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht des erwachsenen Hundes

Zufütterung: ab der 3. Lebenswoche
Welpenmilch für Hunde
Absatzfutter: Welpenfutter

weichgekochter Reis, Kartoffeln
Haferschleim
Weizengrieß
Babybrei (Milchzucker= Lactosefrei!)
Kartoffelpürree
Hipp oder Alete für Kleinkinder

Futter in großer flacher Schüssel (Blumenuntersetzer) anbieten, wenig Futter reinmachen, vom Finger ablecken/saugen lassen, dann mit Finger immer tiefer in Futterschüssel, bis Welpen direkt aus Schüssel fessen
Achtung: Welpen laufen gerne durch Futterschüssel, also dabei bleiben

kann alles mit Welpenmilch (auf keinen Fall Kuhmilch) angemacht werden
Nachteil Zufütterung: Mutter frißt nicht mehr die Kothäufchen der Welpen, also Saubermachen nicht vergessen

keine Dose/Hundefutter (zu hoher Proteinanteil, Durchfallauslösend)
vorsichtig Hüttenkäse, Magerquark oder Joghurt als Eiweißträger zufüttern
ev. Calciumhaltiges Vitaminpräparat zugeben (hoher P-Gehalt der Getreide)

ab 6. Lebenswoche: langsam (teelöffelweise) Hundefutter (Trockenfutter, Dose o.a.) zusetzen
trockene Pellets eventuell anfeuchten, bis klebriger Brei entsteht

Tierarztpraxis

Eva Klein

Teutonenstr. 2

14129 Berlin-Nikolassee

Tel.: +49 30 803 76 08