Meerschweinchen

Meerschweinchen richtig halten

Meerschweinchen kommen ursprünglich aus Chile und Peru, wo sie das Flachland (Steppe) bewohnen. In der Wildform sind sie nacht- und dämmerungsaktiv, in der Haustierform tagaktiv. Sie sind Gruppentiere und leben in Gruppen von 5 - 15 Tieren, wobei die Jungtiere von den Müttern gemeinschaftlich aufgezogen und gesäugt werden.

Voraussetzungen für Anschaffung und Haltung:

Platzbedarf:

Käfigminimalgröße: 80x50 cm, 45 cm hoch. Größere Käfige, Gruppenhaltung und Auslaufmöglichkeit sind zu bevorzugen. Für zwei Tiere einen Käfig mit einer Fläche von mindestens 1 m².
der Käfig muss nage- und ausbruchssicher sein und zu mind. 2 Seiten aus Gitter bestehen
der Standort sollte hell, zugluftsicher und trocken sein, direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
keinen direkten Kontakt des Käfigs mit Wand und Boden
Meerschweinchen können auch niedrige Temperaturen gut vertragen, wenn sie daran gewöhnt sind und viel Stroh und Heu erhalten
als Einstreu sollte viel Kleintierstreu (Hobelspäne), Stroh und Heu vorhanden sein
Unterschlupf- (Häuschen aus unbehandeltem Holz und oder Korkrindenhöhle) und Beschäftigungsmöglichkeit (z.B. Obstbaumzweige, Papprollen) müssen vorhanden sein.
In den Sommermonaten fühlen sich Meerschweinchen auch sehr wohl in einer Außenhaltung (Balkon oder Garten).

Zeitaufwand:

Täglich Körnerfutter (bei Belastung) und Heu oder Grünfutter füttern.
Alle 2 Tage Kot- und Urinecke säubern.
Wöchentlich Einstreu auswechseln, gründliche Reinigung des Käfigs, des Futternapfes, der Tränkeflasche.
Zähne und Krallen alle 14 Tage kontrollieren, evtl. vom Tierarzt kürzen lassen

Ernährung:

täglich frisches Wasser
Salzleckstein und Nagerstein
reichlich gutes Heu
Löwenzahn, Apfel, Karotten, wenig Salat, Fenchel, Rote Beete, Sellerie, frisches Gras, Paprikaschoten, Gurke, Futterrüben, Petersilie ...
Grünfutter sollte nie naß sein
Kohlblätter nicht verfüttern
nur geringe Mengen Trockenfutter
bei der Gewöhnung an Grünfutter im Frühjahr die Mengen langsam steigern

Artspezifische Besonderheiten:

Meerschweinchen sind angenehme Heimtiere, da sie überwiegend tagaktiv sind und eine Beißhemmung gegenüber dem Menschen haben.
Gruppenhaltung sollte bevorzugt werden.
Meerschweinchen sind hitz- und geräuschempfindlich und schreckhaft.
Ihre Zähne wachsen lebenslang weiter, zur Abnutzung der Zähne sind Obstbaumzweige nützlich.
Vitamin C kann nicht vom Tier selbst synthetisiert werden, es muß daher über das Futter zugeführt werden (ist in Petersilie, Paprikaschoten).
Bei Freilauf in der Wohnung sollte das Tier stets beobachtet werden, da es eine Reihe von Gefahren gibt, z.B. Elektrokabel, Fußtritte, Türen und andere Haustiere.

Besondere Empfehlungen:

Einstreu mit staubfreiem Sägemehl, Hobelspänen, Heu- oder Strohhäcksel, Stroh- oder Hanfpellets. Keinen Torfmull und Katzenstreu. Im Sommer Freilauf in versetzbarem Weidegitter mit Schattendach.
Durch Futterrationierung auf Gewicht achten: bei ausgewachsenen Tieren 1 Eßlöffel Trockenfutter pro Woche, Tiere im Wachstum oder sonstigem Streß Alleinfutter (Pellets) 20 - 30 g pro Tag. Heu zur freien Verfügung und Wasser nicht vergessen!
Zur besseren Abnutzung der Krallen: Backstein in Käfig dort hinlegen, wo Tiere darüberlaufen müssen, z.B. auf dem Weg zum Futternapf.
Trinkflaschen regelmäßig mit frischem Wasser füllen, dabei kontrollieren, ob Verschlussnippel nicht festsitzt durch Kalk im Wasser

Haltungsfehler und ihre Folgen:

Fütterungsfehler:

Zu weiches Futter - übermäßiges Zahnwachstum,
zu viel Futter - Fettleibigkeit,
fehlendes Grünfutter - Vitamin C Mangelzustände,
fehlendes Heu - Verdauungsstörungen,
Verhinderung der Aufnahme von Blinddarmkot (bei Käfigböden aus Drahtgeflecht) - Vitamin B Mangelzustände

andere Fehler:

Direkte Sonneneinstrahlung bedeutet Hitzeschlaggefahr.
Fehlende Bewegungsmöglichkeiten führen zu Übergewicht und übermäßigem Krallenwachstum, daher ist Auslauf erforderlich.

Tierarztpraxis

Eva Klein

Teutonenstr. 2

14129 Berlin-Nikolassee

Tel.: +49 30 803 76 08